
Fachgebietsleitung Karsten Rommel & Manuel Jauss
Rettungsrobotik (Drohnen) in der Feuerwehr
Der Fachbereich Rettungsrobotik, im feuerwehrtechnischen Dienst und Einsatzbetrieb, ist noch ein recht junger Fachbereich. Mit beginn der 2000er wurden schon unbemannte Löschunterstützungsfahrzeuge auf Kettenantrieb eingesetzt, mit der Weiterentwicklung präziser Sensoren, Steuerungen und Akkus folgen ab 2019 bereits weitere unbemannte Einsatzmittel wie z.B. Drohnen mit Thermalkamera oder Tauchroboter.
Wo früher eine Wärmebildkamera als spezielles oder besonderes Einsatzmittel für hohe Investitionskosten angeschafft wurde, gehört diese heute fast schon zur Normbeladung jedes Löschfahrzeuges und dies zum 8 bis 10-Fachen gesunkenen Kaufpreises. Ähnlich wird sich mittel- und langfristig in den kommenden 5-10 Jahren die Anschaffung von Drohnen mit professioneller Technik entwickeln. Man beobachtet seit Mitte 2023 bundes- und landesweit den Zuwachs von Drohnen mit entsprechenden Einheiten in unseren Feuerwehren.
Nachdem Mitte 2022 unsere Gemeinde zusammen mit der Jagdgenossenschaft eine professionelle Drohne zur Rehkitzsuche anschaffen konnte, wurde uns schlagartig ein erheblicher Mehrwert für einen Einsatz der Drohne im Feuerwehrbetrieb klar. So gründeten wir im Frühjahr 2023 in einer Kooperation, die Feuerwehren Dettingen und Owen, eine gemeinsame Drohneneinheit, die Drohneneinheit Teck. Nach vielen Ausbildungsstunden, Übungsdiensten und notwendigen erbrachten
Zertifizierungen, haben wir eine 19 mitgliederstarke Mannschaft. Unser nächstes Ziel im Jahr 2025 ist die gemeinsame Anschaffung einer professionellen Drohne auf neuesten Stand der Technik, um autark, von der Jagdgenossenschaft unabhängig, vom Ausbildungs- und Übungsbetrieb in den „24/7“ Einsatzbetrieb zu wechseln. Somit können beide Feuerwehren, für einen Einsatz der Drohne, jeweils auf die Mitglieder der Drohneneinheit Teck zurückgreifen.
Das Einsatzspektrum umfasst sich vom klassischen Brandeinsatz, bei dem aus der Vogelperspektive Brandausbreitung oder Glutnester schneller identifiziert werden können, bis hin zur Vermisstensuche von Personen oder zur sicheren Erkundung in gefährdete Bereiche, die für die Einsatzkräfte potenziell gefährlich sein könnten, oder dies im Verlauf evtl. noch werden würden. (Explosion, Strahlung, Gefahrgut, u.v.m.) Die Aufgaben in unseren Feuerwehren werden nicht nur von Jahr zu Jahr immer vielfältiger und umfassender, sie werden vor allem immer herausfordernder, um auch mit tagsüber geringerem schnell verfügbarem Personal, die gleiche Effektivität und Effizienz „as soon as possible“ zu erfolgreich zu erzielen.
Da die finanziellen Mittel aus Kommune und Feuerwehr für eine Anschaffung einer neuen Einsatzdrohne sehr knapp waren, starteten wir im Mai 2025 eine groß ausgelegte öffentliche Spendenaktion. Gewerbetreibende aus beiden Kommunen wurden mit einem Schreiben und Videobotschaft angeschrieben, parallel starteten wir auf Social-Media per Instagram, Facebook und YouTube zu unsere Spendenaktion, was darauf geschah überwältige alle an der Aktion beteiligten Verantwortlichen.
Großer Erfolg der Drohneneinheit Teck

Überwältigende Spendenbereitschaft und feierliche Geräte-Enthüllung. Am 28. November 2025 erlebten die Feuerwehren Dettingen unter Teck und Owen einen ganz besonderen Abend. Neben einer eindrucksvollen Drohnen-Show am Himmel sorgte vor allem die unglaubliche Spendenbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger für Begeisterung. Innerhalb kürzester Zeit kamen 26.080 Euro zusammen – weit mehr als die ursprünglich benötigten rund 17.500 Euro. Angesichts der angespannten Haushaltslagen beider Kommunen hatten sich die Verantwortlichen im Frühjahr für einen öffentlichen Spendenaufruf entschieden. Das Ergebnis übertraf nun alle Erwartungen.
„Ein fast schon historischer Moment“ Bürgermeister Rainer Haußmann zeigte sich tief beeindruckt: „Ich war am Anfang skeptisch, ob dafür Spenden eingehen werden. Wir sind begeistert.“ Auch Owen Bürgermeisterin Verena Grötzinger sprach von einem Meilenstein in der Zusammenarbeit der beiden Gemeinden: „Wir sind miteinander unterwegs – vor einigen Jahrzehnten hätte man sich das nicht vorstellen können.“
Ein Abend voller Gemeinschaft und Dankbarkeit.
Schon beim Betreten des Silchersaals in der Dettinger Schlossberghalle wurde klar: Die Drohneneinheit Teck hatte sich für ihre Unterstützerinnen und Unterstützer besonders ins Zeug gelegt. Blinkende Absperrleuchten, Warnschilder mit der Aufschrift „Drohne im Einsatz“ und Schutzwesten mit Rollenbezeichnungen wie „Einheitsleiter Drohneneinheit Teck“ wiesen den Weg zur Veranstaltung.
Kommandant Jürgen Holder betonte in seiner Ansprache: „Dieser Abend zeigt, wie stark unsere Gemeinschaft ist.“ Seit rund 15 Jahren verbindet die beiden Wehren eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit. „Es ist ein starkes Team gewachsen – zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger. Die große Spendenbereitschaft zeigt, wie sehr unsere Arbeit geschätzt wird.“
Ein neues Kapitel für die Einsatzmöglichkeiten. Kommandant Markus Taxis erinnerte an die Ursprünge der Idee: Schon vor Jahren wurde bei einer Waldbrandübung eine private Drohne eingesetzt – mit überraschendem Nutzen. „Da wurde uns klar: Diese Technik liefert Informationen, wo wir fußläufig nicht hinkommen.“ Seit März 2023 entwickelte die Drohneneinheit ein umfassendes Einsatzkonzept und investierte über 1.000 Übungsstunden in Ausbildung und Technik. Die Einheit zählt inzwischen 19 Mitglieder.
Ein „Hightech-Gerät“ dank großer Unterstützung.
Der Initiator der Einheit, Karsten Rommel, scherzhaft als „Drohnenboss“ vorgestellt, erklärte den Weg zur neuen Einsatzdrohne. Ursprünglich war ein Modell im Wert von rund 17.000–18.000 Euro geplant – die großzügigen Spenden ermöglichten jedoch die Anschaffung eines deutlich leistungsfähigeren Systems.
Bei der Veranstaltung wurde das neue Gerät zunächst in einem kurzen Video vorgestellt, dann feierlich enthüllt und schließlich im Außenbereich vorgeführt.
- DJI Matrice 400 RTK
- Gewicht: 12,5 kg (plus bis zu 4,5 kg Zusatzlast)
- Wärmebildkamera für Personensuche und Brandaufklärung
- Laserradar (LiDAR) zur Hinderniserkennung
- Hochauflösende Kameratechnik
- Lautsprecher für Warnmeldungen und Durchsagen
- Stabiler Flugbetrieb auch bei schwierigen Lichtverhältnissen
Die Zuschauer konnten auf Monitoren live verfolgen, wie die Drohne mit letzter Resthelligkeit beeindruckend klare Bilder lieferte – und dabei ihre präzisen Sicherheitsroutinen durchführte, ein besonderer Moment über der nächtlichen Schlossberghalle. Der Höhepunkt des Abends, als die Drohne in den kalten Nachthimmel stieg, richteten sich alle Blicke nach oben. Die Aufnahmen auf dem Bildschirm zeigten eindrucksvoll, wie modernste Technik künftig die beiden Feuerwehren unterstützen wird – von der Vermisstensuche über Lageaufklärung bis hin zu Katastropheneinsätzen.
Die Drohneneinheit Teck bedankt sich herzlich bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern, dieser Abend hat gezeigt, was möglich ist, wenn eine ganze Region zusammensteht.
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